Ground Hoppers AppGround Hoppers App
Zurück zur Übersicht
·6 Min. Lesezeit

Groundhopping: Alles, was du über das schönste Hobby im Fußball wissen musst

Stell dir vor, du sitzt an einem Samstagmittag in einem kleinen Stadion irgendwo in der vierten Liga. Kein Fernsehen, keine 80.000-Zuschauer-Kulisse, kein Kommentator. Stattdessen: ein Holztribüne, ein frisch gemähter Rasen, der Geruch von Bratwurst und Torf, und 300 Menschen, die wirklich nur wegen des Fußballs gekommen sind. Genau das ist Groundhopping. Und wer es einmal erlebt hat, kommt nicht mehr davon los. Groundhopping boomt. Immer mehr Fußballfans entdecken das Hobby, das weit über das

Groundhopping: Alles, was du über das schönste Hobby im Fußball wissen musst

Stell dir vor, du sitzt an einem Samstagmittag in einem kleinen Stadion irgendwo in der vierten Liga. Kein Fernsehen, keine 80.000-Zuschauer-Kulisse, kein Kommentator. Stattdessen: ein Holztribüne, ein frisch gemähter Rasen, der Geruch von Bratwurst und Torf, und 300 Menschen, die wirklich nur wegen des Fußballs gekommen sind. Genau das ist Groundhopping. Und wer es einmal erlebt hat, kommt nicht mehr davon los.

Groundhopping boomt. Immer mehr Fußballfans entdecken das Hobby, das weit über das Verfolgen einer einzigen Mannschaft hinausgeht. Dieser Artikel erklärt, was Groundhopping genau bedeutet, wie es entstanden ist, warum es süchtig macht und wie du selbst damit anfangen kannst. Inklusive der besten App, die es für Groundhopper aktuell gibt.

Was ist Groundhopping?

Das Wort Groundhopping setzt sich aus dem englischen "ground" (Spielfeld, Stadion) und "to hop" (hüpfen, springen) zusammen. Groundhopping bedeutet wortwörtlich: von Stadion zu Stadion springen. Ein Groundhopper besucht möglichst viele verschiedene Fußballstadien und -grounds, dokumentiert jeden Besuch und sammelt neue Spielorte wie andere Menschen Briefmarken oder Vinylplatten sammeln.

Dabei geht es nicht darum, einen bestimmten Verein zu unterstützen. Ein Groundhopper kann ein treuer Fan seines Heimatvereins sein, aber am Wochenende auch ins Stadion einer völlig unbekannten Kreisligamannschaft fahren, einfach weil der Ground neu ist und das Erlebnis zählt. Für viele Groundhopper ist die Atmosphäre in kleinen, unbekannten Stadien sogar aufregender als in modernen Arenen. Die Nähe zum Spiel, die Echtheit der Emotion, die fehlende Kommerzialisierung: das sind die Qualitäten, die Groundhopper lieben.

Wie alles begann: Die Geschichte des Groundhoppings

Groundhopping ist eine britische Erfindung. Der erste, der das Hobby in eine organisierte Form brachte, war der Brite Geoff Rose. Im Jahr 1974 veröffentlichte er in der Fachzeitschrift "Football League Review" die Idee, eine spezielle Krawatte für Fans zu produzieren, die alle 92 Stadien der vier höchsten englischen Profiligen besucht hatten. Vier Jahre später, am 2. September 1978, wurde der "92 Club" offiziell gegründet. Die ersten, die das Ziel erreichten, waren Pauline und Alf Small: Ihr 92. Ground war im November 1977 ein Heimspiel des FC Bristol City. Bis 1987 hatten es gerade einmal 17 Fans geschafft.

Das Hobby blieb zunächst eine britische Angelegenheit. Den Durchbruch in Deutschland brachte die Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien. Viele deutsche Fans, die damals zum ersten Mal Spiele im Ausland verfolgten, wurden von der Atmosphäre in den südeuropäischen Stadien gepackt und kehrten als überzeugte Groundhopper zurück. 1993 wurde die Vereinigung der Groundhopper Deutschlands (V.d.G.D.) gegründet, nachdem neun deutsche Fans gemeinsam beim Römer Derby zwischen Lazio und AS Roma gewesen waren.

Heute ist Groundhopping in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden fest verwurzelt. Jährlich am 6. Juni wird der internationale Tag der Groundhopper gefeiert. Die Szene ist deutlich größer als die offiziellen Mitgliedszahlen der V.d.G.D. vermuten lassen: Zehntausende Ground Hopper sind aktiv, ohne je einer formellen Organisation beizutreten.

Warum Groundhopping so süchtig macht

Wer Groundhoppping nicht kennt, versteht oft nicht, was daran so fesselnd sein soll. Warum sollte man in ein Stadion gehen, für dessen Verein man sich gar nicht interessiert? Die Antwort liegt im Erlebnis selbst.

Jeder Ground ist einzigartig. Ein Stadion aus den 1920er Jahren mit Stehrängen erzählt eine andere Geschichte als eine moderne Arena mit Schiebedach. Eine Platzanlage in einem Dorf im Erzgebirge riecht anders, klingt anders, fühlt sich anders an als ein Erstligatempel. Groundhopper entdecken Fußball in seiner ganzen Bandbreite, von der Champions League bis zur neunten Liga, und genau diese Bandbreite ist das Faszinierende.

Dazu kommt die Sammelkomponente. Jeder neue Ground ist ein Haken auf einer mentalen Liste. Das Gefühl, nach einem langen Anfahrtsweg den Einlass zu passieren und ein Stadion zum ersten Mal zu betreten, ist für viele Groundhopper unvergleichlich. Außerdem lernt man beim Groundhopping neue Städte, neue Regionen und neue Menschen kennen. Wer jeden Samstag unterwegs ist, sammelt nicht nur Grounds, sondern auch Erfahrungen, Geschichten und Freundschaften.

Nicht zuletzt ist Deutschland geografisch ideal für dieses Hobby. Belgien, die Niederlande, Polen, Tschechien, Dänemark, Österreich und die Schweiz sind von vielen deutschen Städten aus in wenigen Stunden erreichbar. Ein Wochenendtrip kann locker drei oder vier neue Länderpunkte bringen.

Mit dem Groundhopping anfangen: So geht es los

Der Einstieg ins Groundhopping ist denkbar einfach. Du brauchst keine Mitgliedschaft, keine Mindestanzahl an Grounds und keine besonderen Voraussetzungen. Du brauchst nur einen Ground, den du noch nicht besucht hast, und die Neugier, ihn zu entdecken.

Ein paar Grundprinzipien haben sich in der Community etabliert. Die meisten Groundhopper zählen einen Besuch nur, wenn sie mindestens 45 Minuten des Spiels live verfolgt haben. Aufgezeichnete Spiele oder Spiele, die man nur im Fernsehen gesehen hat, zählen nicht. Der Ground muss live erlebt werden.

Zur Dokumentation gehört bei ernsthaften Groundhoppern mindestens: Datum, Spielort, beteiligte Mannschaften, Spielklasse und Endstand. Viele notieren außerdem die Zuschauerzahl, das Wetter, die Anfahrt und persönliche Eindrücke. Diese Dokumentation ist nicht nur für die eigene Statistik wichtig, sondern auch für den Austausch mit anderen Groundhoppern.

Die Groundhopping-Community in Deutschland

Groundhopping ist kein Einzelsport. Die Community ist ein wesentlicher Teil des Hobbys. Gleichgesinnte tauschen Tipps aus, organisieren gemeinsame Fahrten, teilen ihre Eindrücke und feuern sich gegenseitig an.

Die V.d.G.D. ist die bekannteste deutsche Organisation, setzt aber hohe Einstiegshürden: mindestens 300 besuchte Grounds oder 30 Länderpunkte. Die aktive Groundhopping-Szene ist jedoch viel größer und läuft größtenteils unorganisiert, über Social-Media-Gruppen, Foren und Apps. Podcasts wie "Der Weg ist das Spiel" haben dem Hobby in den letzten Jahren eine weitere Plattform gegeben und neue Fans angesprochen.

Was Groundhopper eint, ist eine bestimmte Einstellung zum Fußball: Neugier statt Vereinstreue, Erlebnis statt Ergebnis, Entdeckung statt Routine.

Groundhopping-Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene

Fang in deiner Region an. Jeder Landkreis hat Vereine in der fünften, sechsten oder siebten Liga, die du noch nie besucht hast. Das spart Reisekosten und du lernst Grounds kennen, die viele übersehen.

Recherchiere den Spielplan frühzeitig. Viele Spiele in unteren Ligen werden kurzfristig verlegt oder abgesagt. Eine gute Vorbereitung verhindert vergebliche Anfahrten.

Sprich mit den Einheimischen. An kleinen Grounds ist die Hemmschwelle niedrig. Ein Gespräch mit dem Kassenwart, dem Vereinsvorsitzenden oder einem Stammzuschauer liefert Geschichten, die kein Wikipedia-Artikel kennt.

Dokumentiere von Anfang an sauber. Datum, Ground, Spiel, Ergebnis. Wer erst nach 200 Grounds anfängt zu dokumentieren, ärgert sich über jede fehlende Angabe.

Nimm Bargeld mit. An kleinen Grounds gibt es oft keine Kartenzahlung, keine App-Tickets und kein EC-Terminal. Manchmal kostet der Eintritt noch einen Betrag im einstelligen Bereich, den du bar auf die Hand gibst.

Plane flexible Tagesrouten. Wer früh aufsteht, kann an einem Samstag problemlos zwei oder drei Grounds kombinieren. Viele Groundhopper starten um 11 Uhr bei einem Kreisligaspiel und enden abends bei einem Flutlichtspiel in einer anderen Stadt.

Ground Hoppers App: Dein digitaler Begleiter für jedes Stadion

Früher führten Groundhopper ihre Listen in Notizbüchern oder Excel-Tabellen. Heute gibt es eine App, die genau für diesen Zweck entwickelt wurde: die Ground Hoppers App.

Die App ist sowohl im Apple App Store als auch im Google Play Store verfügbar und bringt alles zusammen, was ein Groundhopper braucht.

Spiele in der Nähe finden. Wer unterwegs ist oder spontan entscheidet, einen neuen Ground anzusteuern, findet in der App Spiele in der unmittelbaren Umgebung. Kein langes Suchen auf verschiedenen Vereinswebseiten, kein manuelles Zusammenstellen von Spielplänen.

Jedes Spiel ist anlegbar und verwaltbar. Das ist einer der wichtigsten Unterschiede zu anderen Lösungen: Du bist nicht auf eine feste Datenbank beschränkt. Jedes Spiel, ob Bundesliga oder Kreisliga, ob Deutschland oder Island, kann in der App erfasst und verwaltet werden.

Check-in. Beim Betreten eines Grounds checkst du direkt in der App ein und dokumentierst deinen Besuch in Echtzeit. Keine nachträglichen Listen mehr, kein Nachdenken über das genaue Datum eines Spiels vor drei Monaten.

Statistiken. Die App zeigt dir auf einen Blick, wie viele Grounds du besucht hast, welche Länder, welche Ligen, welche Vereine. Wer Zahlen liebt, kommt hier voll auf seine Kosten.

Mit anderen Groundhoppern connecten. Groundhopping ist ein soziales Hobby. In der App findest du andere Groundhopper, kannst ihre Aktivitäten verfolgen, dich mit ihnen austauschen und gemeinsame Touren planen. Die Community wächst direkt in der App.

Und vieles mehr. Die Ground Hoppers App wird kontinuierlich weiterentwickelt, mit Features, die direkt aus der Community kommen.

Du findest die App hier :-)

Apple App Store: https://apps.apple.com/app/ground-hoppers-app/id6761360137

Google Play Store: https://play.google.com/store/apps/details?id=app.groundhoppers.mobile

Groundhopping in Deutschland: Ein Paradies für Stadionentdecker

Deutschland ist für Groundhopper eines der besten Länder der Welt. Der Grund liegt im einzigartigen Ligasystem: Unterhalb der drei Profiligen existieren in jedem Bundesland Regionalligen, Oberligen, Verbandsligen, Landesligen, Kreisligen und weitere Spielklassen. Die Zahl der aktiven Fußballvereine in Deutschland geht in die Zehntausende. Kein anderes Land in Europa bietet so viel Auswahl auf so kleinem Raum.

Dazu kommt die Qualität der unteren Ligen. Auch in der sechsten oder siebten Liga wird in Deutschland ordentlicher Fußball gespielt, oft in Grounds mit echter Geschichte: alte Holztribünen, Stehbereiche, Vereinsgaststätten mit selbstgemachtem Kuchen und Schnitzel. Genau das, was Groundhopper suchen.

Wer von Deutschland aus ins Ausland möchte, findet ebenfalls ideale Bedingungen. Tschechien, Polen, die Niederlande und Österreich sind günstig und schnell erreichbar. Die Ligalandschaften dieser Länder sind für deutsche Groundhopper kaum bekannt, bieten aber hunderte von neuen Grounds.

Fazit: Groundhopping ist mehr als ein Hobby

Groundhopping ist eine Lebenseinstellung. Wer einmal damit angefangen hat, sieht Fußball mit anderen Augen. Nicht mehr nur das Ergebnis, die Tabelle und die Transfergerüchte des eigenen Vereins zählen, sondern das Erlebnis selbst: das erste Mal in einem unbekannten Stadion, die Unterhaltung mit einem Vereinsmitglied, das seit 40 Jahren dasselbe Spiel auf derselben Bank beobachtet, der Anfahrtsweg durch eine unbekannte Landschaft.

Groundhopping verbindet Fußball mit Reisen, Kultur und Community. Es ist ein Hobby, das keine Vorkenntnisse erfordert, keine Mitgliedsbeiträge und keine teuren Ausrüstungen. Alles, was du brauchst, ist Neugier, ein bisschen Planung und die Ground Hoppers App, damit kein Ground vergessen wird.

Teilen

Ground Hoppers App Team