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Estádio de São Luís: Das Herz von Faro

Wer den Estádio de São Luís zum ersten Mal betritt, spürt sofort, dass er es hier nicht mit einem gewöhnlichen Fußballstadion zu tun hat. Das Heimstadion von SC Farense liegt mitten in Faro, nur wenige Schritte von der gleichnamigen Kirche São Luís entfernt, und trägt mehr als hundert Jahre Geschichte in seinen Wänden. Gebaut wurde das Stadion zwischen 1922 und 1923 von Manuel Santo, einem portugiesischen Auswanderer, der aus den USA in seine Heimat zurückgekehrt war. Damals hieß es noch Santo

Estádio de São Luís: Das Herz von Faro

Wer den Estádio de São Luís zum ersten Mal betritt, spürt sofort, dass er es hier nicht mit einem gewöhnlichen Fußballstadion zu tun hat. Das Heimstadion von SC Farense liegt mitten in Faro, nur wenige Schritte von der gleichnamigen Kirche São Luís entfernt, und trägt mehr als hundert Jahre Geschichte in seinen Wänden.

Gebaut wurde das Stadion zwischen 1922 und 1923 von Manuel Santo, einem portugiesischen Auswanderer, der aus den USA in seine Heimat zurückgekehrt war. Damals hieß es noch Santo Stadium. Am 24. Juni 1923 öffnete es zum ersten Mal seine Tore, mit einem Freundschaftsspiel zwischen Sporting CP und Académica de Coimbra. SC Farense selbst zog erst 1924 als Hauptmieter ein, nachdem die Mitglieder in einer Vereinsversammlung beschlossen hatten, ihre Heimspiele hierhin zu verlegen.

In den folgenden Jahrzehnten wechselte das Stadion mehrfach den Besitzer, bis die Faro Municipal Authority es 1957 übernahm. Am 1. April 1986, dem 76. Jahrestag des Vereins, übergab die Stadt das Stadion schließlich kostenlos an SC Farense. Seit diesem Tag gehört es dem Klub.

Die große Zeit des Stadions begann in den 1990er Jahren. Farense spielte damals über ein Jahrzehnt ununterbrochen in der Primeira Liga, belegte in der Saison 1994/95 mit Rang fünf die bis heute beste Platzierung der Vereinsgeschichte und qualifizierte sich für den UEFA Cup. Im September 1995 fand im São Luís das einzige Europaspiel der Vereinsgeschichte statt: eine 0:1-Niederlage gegen Olympique Lyonnais vor 10.500 Zuschauern. In dieser Glanzzeit verliehen Gegner dem Stadion den Spitznamen "O Inferno", die Hölle, wegen der Lautstärke und Enge der Ränge direkt am Spielfeld.

Für die Weltmeisterschaft der U20 im Jahr 1991 ließ der Verein die große Osttribüne bauen, denn die Topographie des Geländes und das umliegende Straßennetz machen eine Erweiterung der anderen drei Seiten unmöglich. Die Tribüne bietet Sitzplätze und beherbergt im Inneren Geschäftsflächen. Zusätzliche Einnahmen brachten in den Jahren danach mehrere Konzerte: Dire Straits spielten 1992, Luciano Pavarotti trat im Jahr 2000 auf.

Nach einer langen und schmerzhaften Talfahrt verließ Farense das Stadion 2004 und zog zum neu gebauten Estádio Algarve um, der für die UEFA Euro 2004 errichteten Arena. Doch der große, abgelegene Neubau blieb den Fans fremd, und 2013 kehrte Farense nach dem Aufstieg in die Segunda Liga in das São Luís zurück. Zwischen 2013 und 2015 wurden beide Kurven mit neuen Dächern versehen, die anschließend mit Photovoltaikpaneelen ausgestattet wurden. Um das Jahr 2020 investierte der Klub über 500.000 Euro in neue Flutlichtanlagen, einen neuen Rasen sowie verbesserte Zugänge und Sanitäranlagen.

Den Zuschauerrekord hält das Stadion seit dem 28. April 2013, als 14.000 Menschen das Spiel zwischen SC Farense und UD Leiria verfolgten, das Farense mit 2:1 gewann und damit den Aufstieg in die Segunda Liga besiegelte. Die offizielle Kapazität liegt heute bei rund 7.000 Sitzplätzen.

Das São Luís ist mehr als ein Fußballstadion. Es ist Austragungsort der Benção das Pastas, der Abschlussfeier der Universidade do Algarve, und hat schon Konzerte, Stadtfeste und Kulturveranstaltungen beherbergt. Die Haupttribüne trägt seit 2021 den Namen Aníbal Guerreiro, zu Ehren des langjährigen Vizepräsidenten und Mitglied Nummer Eins von SC Farense. Rund um das Stadion liegt das gleichnamige Viertel São Luís, zu Fuß erreichbar vom Bahnhof Faro und den wichtigsten Buslinien der Stadt.

Wer den Algarve besucht und Fußball liebt, sollte sich ein Heimspiel von Farense nicht entgehen lassen. Das São Luís ist kein modernes Prestige-Stadion, aber genau darin liegt seine Stärke: Es ist ein echter, lebendiger Ort mit Seele, Geschichte und dem unverwechselbaren Geruch des südportugiesischen Fußballs.

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Ground Hoppers App Team